Der Hovawart
ein Bodyguard mit eigenem Kopf

Der Hovawart 

Die Geschichte

Der Hovawart ist ein kräftiger, starker, widerstandsfähiger Gebrauchshund. Sein Name stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet eigentlich "Hofwächter". Hova = der Hof und wart = der Wächter. Er taucht erstmals um 1275 in einem Rechtsbuch auf. Damals hielten sich viele Bauern einen universell einsetzbaren Vierbeiner, den sie als "Hofwart" bezeichneten. Der Name war Programm, er wurde im Laufe der Zeit in "Hovewart" abgewandelt, später dann zu "Hovawart".

In Berichten und Bildern des 15. Jahrhunderts erscheinen diese Hunde als Bewacher und Aufspürer von Dieben. Dieser robuste Begleiter war seinen Besitzern nicht nur treu ergeben, er bewachte und führte auch das Vieh zur Weide oder beäugte den Eingang zum Hof, was auch noch heute zu seinen liebsten Beschäftigungen gehört. Schon damals trug der kräftige Kerl Hängeohren und langes, meist schwarzes, graubraunes oder braunes Fell mit gelben "Marken".

Wilde Tiere, vor allem Wölfe, die diese Hunde früher so wacker bekämpft hatten, gab es in Deutschland seit Beginn des 19. Jahrhunderts immer weniger, und so wurde auch der Bedarf an diesen mutigen Wächtern immer geringer. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fanden sich auf den Höfen der Bauern nur noch wenige dieser Typhunde; an den Herden wurden sie von leichteren, flinkeren und weniger kampffähigen Hütehunden abgelöst.

Da beschlossen einige Liebhaber, diese Hunde vor dem gänzlichen Vergessen zu bewahren. Ab 1922 wurden sie dann unter Verwendung von typmäßig ähnlichen Hunden, die man auf entlegenen Höfen in Harz und Schwarzwald noch vorfand, erstmalig als Rasse herausgezüchtet. Außerdem wurden Einkreuzungen von Deutschen Schäferhunden, Neufundländern, Leonbergern, Kuvasz und weiteren Hunderassen in den ersten Jahren der Zucht vorgenommen. Durch starke Selektionsmaßnahmen wurde der ursprüngliche Gebrauchshundetyp wieder erreicht. In Deutschland ist der Hund seit 1936 offiziell anerkannt, der internationale Verband (F.C.I.) erkannte ihn jedoch erst 1964 an. Ein erster Standard erschien 1973.


Das Wesen

Vom Wesen her ist der Hovawart eine starke Persönlichkeit. Konsequenz in der Erziehung und viel Zeit sind deshalb ein Muss. Er ist sehr wachsam und anhänglich, aber sensibel und geselligkeitsbedürftig.

Die Energie, Intelligenz und hohe Lernbereitschaft dieser Hunde sollte gefördert und gezielt gelenkt werden. Der Hovawart als „Gebrauchshunderasse“ möchte beschäftigt werden, am besten täglich, sonst kann es leicht passieren, dass er sich seine „Aufgaben“ selbst sucht.

Geeignet ist er für fast alle sportlichen Unternehmungen, egal ob zum Beispiel als Jogging- oder Reitbegleiter, als Schutz-, Fährten- oder Rettungshund.

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